Ende Juni war es dann so weit. Nach schier endlos langen 8 Monaten ohne Freizeitpark-Besuch der lang ersehnte Saisonstart 2021. Die zweite Impfung gerade intus, allerdings noch ohne den vollen Impfschutz, hab ich Tags zu vor noch brav meinen Corona-Test gemacht und dann gab es natürlich kein Halten mehr. Rauf auf die A-5 und ab nach Rust.

Zunächst war der Wettergott nicht unbedingt auf meiner Seite, den Vormittag über war durchgehend Regen angesagt. Schauer hab ich im Park ja durchaus mal erlebt, so Dauerregen von 2-3 Stunden am Stück ist aber auch für mich eine gänzlich neue Erfahrung. War aber durchaus angetan, der Park ist auch im Regen schön und bietet ja jede Menge Attraktionen, bei denen man nicht nass wird. Hinzu kommt, dass der Park dann natürlich auch noch dementsprechend leer war.

Gemütlicher Start

Im Gegensatz zu meinen letzten Besuchen, ließ ich es dieses mal etwas gemütlicher angehen. Den Anfang macht die Panoramabahn mit voller Runde um den ganzen Park. Genauso wie wir das früher immer gemacht haben, als ich noch ein kleines Kind war. Ist natürlich ein ordentlicher Zeitfresser, vor allem wenn man am Deutschland Bahnhof auch noch 10 Minuten warten muss, bis es losgeht. Aber dennoch genau das Richtige um dann auf Betriebstemperatur zu kommen.

Danach ging es dann gleich weiter ins Geisterschloss, wo im Durchgang auch dieses Jahr wieder ein paar neue Gemälde hinzugekommen sind. Die Richtung gefällt mir gut, die Gemälde sind durchaus düsterer, als das, was da davor hing. Vermutlich sind sie ein weiterer Vorgeschmack auf das, was uns die nächsten Jahre im Geisterschloss erwarten wird. Eine Umgestaltung mit durchgehender Geschichte um Giacomo MeDingens, dem alten Geisterpirat.

Die Elfenfahrt zählt vor allem in Frühling zu meinen absoluten Lieblingsthemenfahrten. Durch ein Meer voll Blumen schlängeln sich die Gondeln vorbei an Wichteln und Elfen gemütlich durch den grünen deutschen Themenbereich.

Karl, Günther und Oscar.

Da der Regen partout nicht nachlassen wollte, waren die Batavia-Piraten angesagt. Wahrlich nicht die schlechteste Alternative. Die Bahn hat einen neuen Mitbewohner bekommen, nämlich Karl Dall den Tiger. Dieser steht im Dschungel gegenüber des Schwert-Duells und beobachtet das wilde Treiben auf dem Fluss. Gerade den Dschungel fand ich neben der Battle-Szene ja noch ein bisschen mickrig, durch den Tiger wird er aber deutlich aufgewertet. Der Dschungel wirkt dadurch lebhafter, hoffe das bleibt nicht die einzige Änderung der Bahn. Dieses Mal hab ich auch das Krokodil Günther gesehen, dass im Rockin‘ Boat hinter Oscar herdaddelt.

Den ersten Drehwurm des Tages verursachten dann die Koffiekopjes bevor wir uns zusammen mit Snorri wieder auf Party-Tour durch Trolldal begaben. Es folgte eine gemütliche Dschungel-Floßfahrt, die bei Regen einfach richtig gut rüberkommt, da man sich durch das saftige Grün der Bäume tatsächlich wie im tropischen Regenwald vorkommt. Da die Dschungel Floßfahrt zur nächsten Offseason wohl generalüberholt und thematisch etwas umgebaut wird, plane ich die gute alte Bahn diese Saison nach Möglichkeit bei jedem Besuch noch einmal mitzunehmen.

Jetzt geht’s los

Um 12:35 war laut wetter.com Ende des Regenwetters angesagt und womit kann das gebührender feiern, als mit der ersten Runde Tiroler Wildwasserbahn in der Sommersaison 2021. Und es passte genau, als ich in die Bahn einstieg, nieselte es noch ein bisschen und als ich dann den zweiten Drop hinuntersauste, hörte es endlich auf. Hallelujah!

Vollkommen klar dass es danach dann mit der Alpenexpress-Runde weiter ging, bevor man mal wieder gemütlich durch die Zauberwelt der Diamanten wandelte um den fleißigen Bergarbeiter zuzuschauen, die wohl immer noch auf der Suche nach epischen Schätzen und Edelsteinen sind.

Über Spanien und Portugal ging es nach Island, wo ich vor meiner obligatorischen Whale Adventures Runde leider feststellen musste, dass der Flammlachs-Stand dienstags geschlossen ist und ich somit leider um meinen wohlverdienten Mittagssnack gekommen bin. Fjord Rafting rundete die skandinavischen Wasserfahren gebührend ab, wobei ich mit Freude feststellte, dass die Wasserkanone wieder aktiv war.

Einmal und nicht wieder

Vindjammer. Es sollte ein Relaunch werden. Früher bin ich liebend gerne Schiffschaukel gefahren, an die letzten Fahrten vor 20 Jahren erinnerte ich mich dann aber nicht mehr so gerne zurück, die waren mir in der letzten Reihe von der Höhe her einfach zu heftig.

Nun gut, dachte ich mir, wenn man sich in die Mitte setzt, wird es schon irgendwie gehen und in der Tat war die Höhe nicht mal ein Problem für mich, aber mein Magen vertrug die Fahr in keiner Weise. Mir war so speiübel, dass ich echt das Gefühl hatte, ich muss gleich loskotzen. Mir war nicht schwindelig, ich hatte keinen Drehwurm, aber mir war so richtig schlecht.

Das war schon fast ein traumatisches Erlebnis, so mehr oder weniger halt. Immerhin hab ich gelernt, was ich in Zukunft nicht mehr fahren werde. Schiffschaukel. Ich fahre eher wieder Euro-Mir oder doch vielleicht mal mit Wodan, als dass ich mich noch einmal in den Vindjammer reinsetze.

Erstmal eine Runde chillen

Die Übelkeit nach der Schiffschaukel-Fahrt hat dann natürlich meine komplette Planung über den Haufen geworden und anstatt mich dann auf dem Weg zum Can Can Coaster zu machen, musst ich erstmal wieder was ruhigeres fahren und so kam es doch recht früh zur zweiten Runde mit den Batavia-Piraten.

Danach war es dann Zeit für eine kleine Auszeit im Traumzeit-Dome, denn dort lief schließlich ein neuer Film mit Snorri in Rulantica. War nicht sonderlich aufregend, aber sehr liebevoll gemacht. Hat mir jedenfalls besser gefallen, als die Weltraum-Abenteuer zuvor. Nur schade, dass man aufgrund der aktuellen Corona-Situation nicht in den Kissen liegen konnte, sondern nur auf den recht ungemütlichen Bänken am Rand Platz nehmen durfte. Werde den 9 minütigen Film definitiv auch noch mal mit meinen Kids anschauen, die stehen eh alle auf die freche blaue Krake.

Es folgten die Schweizer Bobbahn in Reihe 1 und ein wilder Ritt auf dem Matterhorn-Blitz und ich muss sagen, dass mir vor allem der Matterhorn Blitz jetzt immer besser gefällt, die Fahrt macht einfach übelst gute Laune. Außerdem sind die Anlage und vor allem die Queue im Schweizer Dorf richtig schön thematisiert. Gab es tatsächlich eine Zeit, in der ich keine Wilde Maus gefahren bin? Tztztz.

The Show Must Go On

Da mein Magen immer noch nicht wieder vollkommen hergestellt war, machte ich zwischen LSD-Dinos und Ciao Ciao Italia erneut eine kleine Pause und gönnte mir erstmal ein Eis. Merke, ein Eis geht immer. Egal wie übel einem ist, ein Eis verträgt jeder Magen. Bar Chez Marianne, ganz klassisch eine Kugel Schokolade und dann auf der Bank in Quartier Francais den Wasserspielen zuzuschauen. Passend dazu kam dann auch endlich die Sonne heraus, und man fühlte sich wie der König in Frankreich.

Vollkommen spontan entschied ich mich dann, The Show Must Go On im Europa-Park Theater anzuschauen. Ich lief zufällig gerade vorbei, als die Vorstellung anfing und konnte quasi den letzten Platz mit viel Abstand zum Nebenmann noch ergattern. Hatte ja schon angekündigt, 2021 bewusst mehr Shows anzuschauen und weniger quer durch die Pampa von A nach B zu hetzen.

Ich bin jetzt nicht so unbedingt ein großer Fan von Artisten, da schau ich mir dann doch lieber ein Musical wie Rulantica an, muss aber sagen, dass die Darbietung der Künstler schon ziemlich beeindruckend war und als am Ende dann der alte Queen Klassiker The Show Must Go on lief, hatte ich tatsächlich Gänsehaut. Gänsehaut, weil man seit weit über einem Jahr kein Theater, kein Konzert, kein Musical, keine Show mehr besucht hat. Eine Bühne, ein Publikum, welches applaudiert und die strahlenden Augen der Künstler, ich spürte eine gewisse Art von Magie durch den Saal fliegen und ein Gefühl, welches ich viel zu lange vermisst habe. Das war für mich ganz klar der am bewegendste Moment meiner Saisoneröffnung 2021. Chapeau!

Über dem Nachthimmel von Paris

Getreu dem Motto nach der Show ist vor der Show brauchte ich erstmal noch zwei entspannte Fahrten mit der Emma auf Lummerland-Reise und der Marionettenbootsfahrt, aber da mein Magen sich inzwischen gänzlich wieder beruhigt hat, ging es nun endlich zurück auf den Can Can Coaster.

Da es besuchermäßig wirklich absolut überschaubar war, gab es auch beim Can Can Coaster keinerlei Wartezeiten und die Queue über den Außenbereich konnte man sich ebenfalls schenken, so dass es gleich um die Ecke nach oben ging. It’s coming Home. Ich hab es genossen. Und wie. Und ich möchte mich hier auch bei den Mitfahrern entschuldigen, falls ich die Fahrt über zu laut mitgesungen habe. Das musste alles raus, da entluden sich 8 monatiger Europa-Park Sperr Frust in einer einzigen Fahrt. Can Can Coaster macht Laune, Can Can Coaster macht Spaß und Can Can Coaster ist der Hauptgrund warum ich einmal im Monat in den Europa-Park fahre (Okay, neben anderen 100 Hauptgründen, aber egal).

Der andere ist Poseidon. Die beiden Bahnen hintereinander zu fahren, ist einfach perfekt, weil danach kann man dann im Grunde genommen auch schon nach Hause gehen, denn der Adrenalinpegel ist dann komplett unten. Bei Poseidon war tatsächlich sogar ein bisschen mehr los, als beim Can Can Coaster und es war schön, wieder im vollbesetzten Boot zu sitzen. Gemeinsam schreit es sich besser.

Gyros-Teller? Nicht wirklich.

Nachdem es keinen Flammlachs gab, hatte ich eigentlich vor im Bamboo Baai zu speisen, aber nach Poseidon hatte ich plötzlich Heißhunger auf Pommes und da bot es sich ja an, direkt in der Mykonos Taverne einzukehren, denn bei den Schlangen die dort um die Mittagszeit vorzufinden sind, musste das Essen ja eigentlich ganz gut sein.

Eigentlich. So hart es klingt, es war nicht wirklich essbar. Die Pommes waren lecker, der Zaziki war okay, aber das Gyros? Das war vielleicht Geschnetzeltes mit Gyrosgewürz, aber sicher kein Gyros. Ich konnte es nicht essen. Die Pommes hab ich geschafft, das Fleisch nicht, da hab ich den halben Teller zurückgehen lassen. Neben der Schiffschaukel-Fahrt also der zweite Flop an diesem Tag. Ich mein das Kantinen-Schnitzel aus dem Petite France war auch keine Offenbarung, aber im Vergleich zum Gyros aus aus der Mykonos Taverne eine wahre Wohltat.

Zum Abschluss der ersten großen Parkrunde gab es dann die beiden Darkrides Abenteuer Atlantis und Schlittenfahrt Schneeflöckchen.

Ehrenrunde

Wenn die Zeiger auf 5 Uhr steht, neigt sich der Parkbesuch dann langsam aber sicher dem Ende entgegen. Wenn man dann unbedingt noch Lindt-Schokoeier kaufen muss und noch Churros Essen will, muss man natürlich halbwegs genau planen, denn gerade die Shops im Park sind an einem leeren Tag eher dafür bekannt, schon vor 18:00 Uhr die Tore zu schließen. Wie bei meinem letzten Besuch wählte ich den Lindt-Shop in Irland, die Erdbeer/Minz-Eier gab es dort aber dieses Mal leider nicht.

Bevor ich mich aber auf den Weg nach Irland machte, gab es die dritte Runde Piraten in Batavia und die zweite Runde Snorri Touren. Wenn ich mal eine Prognose für den Rest der Saison abgeben soll, dürften die beiden Attraktionen wohl die häufigsten sein, die ich 2021 fahren werde. Kaum Wartezeiten, schön thematisiert, laden die beiden Darkrides einfach perfekt zum Abtauchen ein.

In Irland noch eine schnelle Runde mit dem Baa-aa-Express um dann kurz nach 18:00 Uhr in der Schlange vor dem Churros Stand zu stehen. Das war die längste Wartezeit an diesem Tag. Churros! Pflichtprogramm bei jedem Europa-Park Besuch. Da das Geisterschloss und die Elfenfahrt noch nicht geschlossen hatten, beendete ich dann diesen ereignisreichen Tag genauso wie ich ihn begonnen hatte.

Fazit

Ob so viele Europa-Park Besuche auf die Dauer nicht langweilig werden, werde ich oft gefragt und dieser Saisonstart zeigte eigentlich ganz gut, wieso dem nicht so ist. Die Erfahrung, einen Vormittag im Regen durch einen angenehm leeren Park zu schlendern war auch für mich komplett neu und ich habe es wirklich genossen. Es war ja nicht kalt und so ein bisschen Sommerregen schadet ja auch nichts

Mit dem Snorri Film im Traumzeit-Dome und der The Show Must Go On Show hab ich natürlich etwa Zeit verloren, was dann im Endeffekt dazu führte, dass ich weniger Bahnen gefahren bin. So fehlten im Vergleich zu den letzten Besuchen eben die Monza-Piste, die Oldtimer-Fahrt und Volo da Vinci. Wenn man aber eh weiß, dass man in 3 Wochen wieder im Park ist, ist das auch zu verschmerzen. Man hat einfach als Clubkarten-Besitzer nicht mehr den Stress, alles mögliche zwingend an einem Tag fahren zu müssen. Und es ist ja mein Ziel für 2021 die Besuche noch mehr zu genießen, sich Zeit zu nehmen, hier und da ein paar Fotos schießen und neuerdings auch Videos mit meiner GoProHero zu drehen.

Coronamäßig gab es überhaupt nichts zu meckern, aber es war halt auch außerhalb der Saison unter der Woche an einem regnerischen Tag, da kam es kaum zu Wartezeiten und da überwiegend junge Familien mit kleinen Kindern im Park waren, trugen auch alle brav ihre Masken und auf Abstand wurde sowieso geachtet. Auf Wegen, auf denen nicht so viel los war, hab ich dann im Gegensatz zur letzten Saison auch gerne mal die Maske wieder runtergenommen.

Alles in allem war es trotz des Jammers mit der Vindjammer-Fahrt ein gelungener Auftakt in die Freizeitpark-Saison 2021. Der nächste Besuch steht dann Mitte Juli an, dieses mal dann hoffentlich ein kleiner Familienausflug mit unserer kleinen Tochter.

Top 3 Attraktionen:
1. Euro-Sat Can Can Coaster
2. Wasserachterbahn Poseidon
3. Piraten in Batavia

Attraktionen Gesamt: 24
Anzahl Schritte: 15749
Kilometer: 11,78 km