Halloween 2020 – Kurz vor dem Lockdown

Should I stay or should I go?

Ich habe lange überlegt, ob ich an diesem Tag überhaupt in den Park fahren soll, denn die die Corona-Zahlen stiegen immer mehr und die kritische 50er Marke war in der Ortenau und auch in meinem Wohnort praktisch erreicht. Im Endeffekt hab ich mich doch dafür entschieden, noch mal in den Europa-Park zu gehen, einfach weil ich das Gefühl hatte, dass dies auch möglicherweise schon der letzte Besuch in diesem Jahr sein würde.

This is Halloween

Die Halloweensaison ist für mich der Höhepunkt der Sommersaison. Ich mag die ganze Dekoration, die Musik und die Atmosphäre im Park. Ich mag es, wenn es abends allmählich dunkel wird und im Park die Lampen angehen. Ich mag es, wenn sich die Blätter der Bäume langsam gelb färben und vielleicht die ein oder andere Nebelschwaden durch den Park schleicht. Was ich nicht mag ist, wenn Ende Oktober das Thermometer noch einmal die 20 Grad Marke durchbricht, denn das passt killt die herbstliche Stimmung doch irgendwie. Und an diesem Tag war es für Oktober eindeutig zu warm.

Was mir an diesem Tag besonders auffiel: Es war erschreckend leer im Park. Kein Vergleich zum Jahr davor. Es war schon fast gespenstisch ruhig, Anstehzeiten hatte ich so gut wie keine und eigentlich kam man sich teilweise sogar blöd vor, eine Maske zu tragen, denn vor wem hätte man sich eigentlich schützen sollen, wenn eh keine verlorene Seelen den Park heimgesucht haben?

Oldschool Start

Geisterschloss – Euro-Sat – Universum der Energie. Das war der typische Start meiner Europa-Park Besuch im letzten Jahrtausend. Gut, Euro-Sat ist jetzt der Can Can Coaster und im Universum der Energie sind inzwischen die LSD-Dinos von Madame Freudenreich eingezogen, dennoch fühlte sich dieser Auftakt doch so richtig schön retromäßig an.

Bei meiner dritten Fahrt mit dem Can Can Coaster saß ich heute in der letzten Reihe und das ist noch einmal ein komplett anderes Fahrgefühl. Der Can Can Coaster war an diesem Tag übrigens die einzige Attraktionen, bei der ich überhaupt etwas länger anstehen musste und wie bereits bei den letzten Besuchen nahmen es auch hier die Gäste nicht ganz so ernst mit den Abständen und dem Tragen der Masken.

Ich bin ein Mädchen aus Piräus

und liebe die Schiffe, Poseidon, den Hafen und das Meer. Nachdem Poseidon bei meinem letzten Besuch alles wegrockte, ließ ich mir die Fahrt mit der Wasserachterbahn dieses mal natürlich auch nicht entgehen. Allerdings war ich wohl der einzige Mensch, der an diesem Tag überhaupt Poseidon gefahren ist, und so hatte ich ein ganzes Boot für mich alleine. Musste dann auch ganz vorne sitzen, was zur Folge hatte, dass ich beim zweiten Drop dann auch noch so richtig schön nass geworden bin. Poseidon ganz vorne ist auch noch einmal eine neue Erfahrung, das kribbelt schon ordentlich, wenn man als Höhenängstler vor dem zweiten Drop dem Abgrund ins Auge sieht.

Nach Poseidon folgte dann zum ersten Mal in diesem Jahr Pegasus und mir wurde wieder schlecht. Aber es war mir egal. Die Übelkeit legt sich ja auch schnell wieder. Dabei hat mir der Anfang dieses mal mit dem Drop und dem kleinen Horseshoe eigentlich ganz gut gefallen, aber die engen Kurven danach mag mein Magen immer noch nicht. Aber wir üben schön weiter, das wird noch 😉

Batavia, der Lenz ist da

Naja, eigentlich der Herbst, aber egal. Die neue Piratenbahn gefällt mir mit jeder Fahrt besser. Dieses mal funktionierte auch der Nebel vor dem ersten Drop und die Gerüche während der Fahrt konnte man auch viel intensiver wahrnehmen. Außerdem hat mich der Soundtrack (Der jetzt endlich die richtige Lautstärke hat) auch so richtig schön in seinen Bann gezogen, allem voran „The Adventure begins„, schön, mysteriös und geheimnisvoll, aber auch ziemlich episch, genau der richtige Opener, den so eine Bahn auch braucht. Das Tor vor der Stadt Batavia-Szene passt auch richtig gut rein, bin ja eigentlich nicht so der Fan von abgetrennten Dark-Ride Parts, aber das Tor hier ist wirklich gelungen.

Die ganze Outdoor-Queue über die Hollandbrücke bin ich heute vergeblich abgelaufen, denn es gab schlicht und ergreifend keine Outdoor-Queue. Vollkommen unnötig den Schritterzähler gefaked. Kommt vor. Da es auch keine Indoor-Queue gab, konnte ich mir den ganzen Wartebereich nochmal etwas genauer anschauen. Ist doch auch okay, oder?

Nur deshalb blüht unser Wald grün

Batavia und Snorri gibt es quasi nur noch im Doppelpack. Ähnlich wie Piccolo Mondo und Geisterschloss sozusagen. Und wenn man bei Snorri Touren ganz alleine ist, kann man auch das Trolldal Lied in voller Lautstärke mitsingen. Also los geht’s: „Tag ein und aus, singen wir laut ….“

Auf Snorri folgt Fjord Rafting. Auch hier wieder keinerlei Wartezeiten zu verzeichnen und wie bereits im Juni hatte ich auch heute mal wieder ein Floß für mich alleine. Wassertechnisch war Fjord Rafting heute ausnahmsweise mal wieder sehr gnädig, hab kaum einen Tropfen abbekommen. Da war dann auch meine letzte Fjord Rafting Fahrt für dieses Jahr denn Fjord Rafting bleibt neben Atlantica Supersplash während des Winterzaubers geschlossen.

Heute hatte ich dann das Glück, dass der Flammlachstand mal nicht geschlossen war und so konnte ich den legendären Flammlachs endlich auch mal probieren und was soll ich sagen? Sagenhaft. Phantastisch. Genial. Ich hab noch nie so was leckeres im Europa-Park gegessen. Churros sind gut, ja. Die Fritten aus Holland ebenfalls, aber der Flammlachs in Island ist wirklich grandios. Ich mag vor allem die großen Meersalz-Körner, die geben den ganzen noch die nötige Würze. Ich war restlos begeistert.

Whale Adventures mauserte sich diese Saison ja fast schon zu meinem Stammgast, der bei keinem Besuch fehlen durfte. Das lag aber mit Sicherheit auch an dem erweiterten Zeitfenster meiner Besuche, bei Halbtagsbesuche würde ich Whale Adventures jetzt nicht unbedingt auf die Speisekarte setzen.

New York, Rio, Österreich

Richtung Österreich hab ich mir heute Atlantica Supersplash noch einmal etwas genauer angeschaut. Sieht eigentlich gar nicht so wahnsinnig wild aus. Könnte also durchaus sein, dass ich die Bahn demnächst doch einmal ausprobieren werde. Okay, sie ist ein bisschen höher als Poseidon und gerade das Rückwärtsfahren stell ich mir schon gut aufregend vor, aber der große Drop macht sicher Laune. Kommt vielleicht mal auf die ToDo-Liste für 20201.

Tiroler Wildwasserbahn und Alpenexpress standen heute verhältnismäßig spät auf dem Plan, hatte ich mich doch bei meinen letzten Besuchen eher von hinten nach vorne gehangelt, ging es dieses mal halt wie früher. Beim Alpenexpress war absolut nichts los und die Wildwasserbahn bescherte mir beim zweiten Drop ein komplett unter Wasser stehendes Floß. Die hat mich irgendwie gefressen, die Bahn, bei keiner Bahn wurde ich 2020 so nass, wie bei der Tiroler Wildwasserbahn.

A Walk in the (Märchen)-Park

Fast eine Stunde lang nichts zu fahren und einfach durch den Park zu schlendern um die einzigartige Atmosphäre aufzusagen kommt bei mir auch nicht alle Tage vor. Vor allem benutze ich den Märchenpark eigentlich eher weniger dazu, um dort lange zu verweilen, weil das für mich einfach der typische Durchgangspfad ist, falls es auf der anderen Seite des Sees mal wieder zu voll wird.

Im Schlaraffenland machte ich dann noch mal eine kurze Pause und gönnte mir ein Mineralwasser. Irgendwie war ich an dem Tag einfach nicht so richtig fit und gerade wenn man morgens mit Can Can Coaster und Poseidon schon sein Adrenalin gut runtergefahren hat, kann man danach ja theoretisch schon wieder nach Hause fahren.

Green Grass of Home

Der Fail des Tages war Gang über den Wasserweg, weil vor der Spinneninsel eine kleine Wasserfontäne unmittelbar neben mir losging, als ich gerade ein ein Foto schießen wollte. Nach der Poseidon und der Wildwasserbahn sozusagen meine dritte Dusche an diesem Tag.

Heute bin ich tatsächlich nicht wegen des Baa-a-a Express nach Irland gegangen, sondern deshalb, weil ich erneut eine Runde mit den Spinning Dragons fahren wollte, sozusagen mein erstes Rundfahrgeschäft für diesen Tag. Den Baa-a-a Express habe ich natürlich trotzdem mitgenommen, keine Frage.

Die Oldtimer-Bahn darf während der Halloween-Zeit natürlich auch nicht fehlen, vor allem die drei Maisfiguren finde ich herrlich schräg und witzig, die passen wirklich gut rein. Die Marionetten-Bootsfahrt hab ich an diesem Tag allerdings ausgelassen.

My Home is my Castle

Wenn man fernab des Trubels mal ein bisschen Ruhe sucht, bietet der Schlossgarten mit Balthasar und dem Zaubergarten eine gelungene Abwechslung. Okay, Trubel war ja heute nicht sonderlich groß vorhanden, aber trotzdem wollte ich mal wieder einen Blick in den vorderen Teil des Parks werfen, der auch zur Halloween-Zeit die ein oder andere nette Dekoration im Angebot hat, wie das Zillertaler Geisterorchester zum Beispiel.

Es folgte eine erneute kleine Pause, im Eingangsbereich gab es einen Latte Macchiato beim mobilen Getränkestand des Espresso Express. Die Volo da Vinci im Anschluss hat bei mir 2020 der Monorail Bahn den Rang abgelaufen. Und das, obwohl ich die Bahn eigentlich nach wie vor nicht sonderlich mag.

Mit der Elfenfahrt, Jim Knopf und Piccolo Mondo ließ ich es dann noch mal etwas ruhiger angehen. Quasi die Ruhe vor dem Sturm.

Eiger, Mönch und Matterhorn

alles der gleiche Käse. Oder so ähnlich. Heute gab es keine Ausreden mehr, der Matterhorn-Blitz musste her. Auch eine Bahn, die ich ähnlich wie Poseidon seit 2002 nicht mehr gefahren bin. Doch im Gegensatz zu Poseidon mochte ich den Matterhorn-Blitz auch nie so recht. Ich bin kein Fan der Wilden Maus Kurven. Da hat man ständig das Gefühl, man wird aus dem Wagen geschleudert. Hinzukommt, dass der Matterhorn Blitz im Europa-Park keine sonderlich hohe Kapazität hat, das heißt lange Warteschlangen sind hier häufig vorprogrammiert. Aber auch hier waren Wartezeiten heute praktisch gar nicht vorhanden, man konnte einfach durch die Queue laufen.

Die ist übrigens sehr schön. Egal ob man jetzt unter der Bahn durch oder eben in dem alten Schweizer Bauernhof, und am schlimmsten ist die Musik, denn die ist mal so ein richtig schönes Ohrwurm-Gedudel geworden.

Vollkommen überrascht war ich dann aber von der Fahrt, die hat sogar richtig Spaß gemacht. Der Lift mit seinem Geschaukel ist schonmal ein witziger Start, richtig spaßig ist dann aber der Drop, genau nach meinem Geschmack. Die Wilde Maus Kurven hat ich wesentlich unangenehmer in Erinnerung. Entweder man spürt das mit dem Alter einfach nicht mehr so, oder es war doch eine andere Wilde Maus, die mir nicht so zugesagt. Wie dem auch sei, die Fahrt mit dem Matterhorn-Blitz war mein Highlight an diesem Tag. Schande über mich, dass ich die Bahn so lange ausgelassen habe.

Um den ultimativen Schweizer Käse Flash dann noch zu vervollständigen gab es dann unmittelbar im Anschluss noch eine Fahrt mit der Bobbahn, heute auch wieder etwas weiter vorne und dadurch wesentlich angenehmer für mich und es war so leer an der Attraktion, dass man auch durchaus hätte sitzen bleiben können. Aber zweimal Bobbahn hintereinander muss auch nicht sein 😉

Fly on your way like an eagle

Getreu dem Motto jedes mal was Neues auszuprobieren stand heute das Rundfahrgeschäft Flug des Ikarus auf dem Programm. Befindet sich im griechischen Themenbereich, auf dem Weg runter zu Russland. Das sind einfach ein paar Heißluftballons, die sich minimal vom Boden abheben und dann wirklich gemächlich im Kreis umherfliegen. Absolut nix wildes, praktisch keine Chance überhaupt einen Drehwurm zu bekommen. Fast so tiefenentspannend langweilig wie die African Queen. Der Flug des Ikarus ist quasi der Baa-aa-Express unter den Rundfahrgeschäften. Kann man durchaus fahren, muss man aber nicht.

Danach folgte dann endlich die langersehnte Schlittenfahrt mit Schneeflöckchen, die hatte ich ja beim ersten Durchlauf heute morgen nämlich ausgelassen und egal wie kitschig und kindisch die Schlittenfahrt sein mag, ich fahr sie immer. So.

Kurze zweite Runde

Es ist ja inzwischen Gang und Gebe auch eine Attraktionen zweimal am Tag zu fahren, bei mir hielt sich die Motivation aber heute ziemlich in Grenzen und es machte sich auch eine Gewisse Müdigkeit breit. Ich hatte tatsächlich keine Lust mehr auf Alpenexpress oder Wildwasserbahn, stattdessen fuhr ich lieber noch einmal Piraten in Batavia und Snorri Touren.

Für Snorri war es jedenfalls eine Premiere, mehr als einmal bin ich die Bahn bisher noch nicht an einem Tag gefahren, aber wenn du sowieso nicht anstehen musst und eh gerade in der Ecke bist, warum nicht? Die Bahn toll, die Musik ist klasse, kann man also schon mal machen.

Die Dschungel-Floßfahrt hatte ich bei meinem letzten Besuch ja ausgelassen und bin stattdessen mit dem Mississippi-Dampfer gefahren. Naja. Machen wir nicht noch mal, oder? Das Duell gewinnt eindeutig die Dschungel-Floßfahrt, für mich neben der Elfenfahrt die Nummer Eins, wenn es um entspannte Attraktionen geht. Den gefühlten Abschluss bildete dann noch eine Runde Silver Stone. Das war neben dem Can Can Coaster die einzige Attraktion, wo ich heute tatsächlich etwas anstehen musste, die Bahn hat aber einfach eine miese Kapazität.

Mit Pfefferminz bin ich dein Prinz

Das wichtigste an diesem Tag war natürlich den Vorrat an Lindt-Schokoeiern wieder aufzustocken, denn der neigte sich zu Hause unweigerlich dem Ende entgegen und nach dem ich die letzten paar Male in Russland vergeblich nach White Peppermint-Eiern gesucht habe, musste ich heute unbedingt im Lindt Maitre World in Irland vorbeischauen und siehe da, die Eier waren tatsächlich mal wieder vorrätig. Der Tag war gerettet. Das Angebot in Irland ist wohl echt etwas größer.

Eine Stunde eher als ursprünglich geplant war dann aber Feierabend. Ich war einfach total platt. Eine Runde Geisterschloss zum Abschluss und dann ab nach Hause. Ich hatte alles gefahren, was ich fahren wollte, da es praktisch keine Wartezeiten gab, war ich halt dementsprechend schneller durch. Man könnte jetzt hier ja schreiben, dass es toll ist, wenn man keine Wartezeiten hat, aber für mich gehört das Anstehen einfach irgendwo dazu. Gemeinsam schreit es sich bei Poseidon oder in der Bobbahn einfach schöner. Natürlich brauche ich keinen gerammelt vollen Park und Anstehzeiten von 90 Minuten, aber so ganz alleine durch den Park und viele Attraktionen zu schlendern, finde ich irgendwie trostlos.

Ich kann mir aufgrund der aktuellen Entwicklung nur schwer vorstellen, dass der Park zum Winterzauber noch einmal aufmachen wird. Womöglich war dieser Halloween-Besuch auch schon der letzte Freizeitpark-Besuch 2020. Das fühlt sich irgendwie nicht gut an. Ich habe zwar meine Clubkarten-Gutscheine bekommen, aber denke nicht, dass ich sie diese Saison noch einmal einsetzen kann.

Top 3 Attraktionen:
1. Piraten in Batavia
2. Matterhorn Blitz
3. Wasserachterbahn Poseidon

Attraktionen Gesamt: 27
Anzahl Schritte: 16468
Kilometer: 12,28 km

Details:Oktober 2020